Aktivitäten

 

Spardorfer Kulturzentrum auf Berlin-Reise Mai 2016

h.s. Vor einem Jahr wurde das Spardorfer Kulturzentrum von Eva Frohme und Heidi Eichler ins Leben gerufen. Neben Aktivitäten wie Malen, Singen , Tanzen und Vortragsaben­den hat sich auch ein Gesprächskreis gegründet, der sich u.a. mit dem Berliner Kulturleben im 19. Jahrhundert beschäftigt hatte. Begriffe und Personen wie Moses Mendelsohn, Gerhard Hauptmann oder  Berliner Salon zeigten, wie stark der Auf­stieg Berlins mit seiner kulturellen Entwicklung einherging. Die Idee zu einer Berlin­reise war nur die logische Konsequenz und 14 Teilnehmer wollten das etwas andere Berlin kennenlernen.

Von der Alten Dorfkirche in Berlin-Tempelhof, das lange vom Templerorden geprägt war bis zum Friedhof von Moses Mendelsohn, dem Philosophen und Reformer, reichte der erste Kontakt mit Alt-Berlin. Das sprühende Berlin erlebten wir in „Clärchen´s Ballhaus“ mit dem morbiden Charme der 20er Jahre. Hier gibt´s die besten Bouletten Berlins und gleichzeitig üben Paare auf der Tanzfläche Cha-Cha und Walzer.  Die Kommandos des Tanzlehrers übertönten teilweise unsere Gespräche. Aber genau das macht den Reiz dieses Lokal aus und zieht  nicht nur die Berliner an.

Am nächsten Tag stand eine Führung durch Moabit auf dem Programm: „ Von der Hugenotten­stadt zum Industriequartier“. Über die Spree wurde bis 1969 Milch  in die Maierei Bolle verschifft und von dort weiter in Berlin weiter verteilt. Nebenan war das Borsig-Gelände, auf dem Dampfmaschinen produziert wurden. Auch die Brauerei Schultheiß braute in Moabit. Alles Vergangenheit. Heute gibt es neben den klassizistischen Herrschaftshäusern mit einladenden Treppenhäusern moderne Bürogebäude und Spiel­plätze. Am Nachmittag war Zeit für eine Spreefahrt durchs Regierungsviertel oder ein Ausflug nach Potsdam mit dem Russischen Viertel . Auch Kultur kam nicht zu kurz. Entwe­der hochklassiges Varieté im Friedrichstadtpalast , ein Liederabend mit Merit Becker oder freches Kabarett in der „Distel“.

Am Samstag früh fuhren wir mit der U-Bahn nach Berlin-Mitte auf den Spuren der „Finanzkultur vom 19. Jahrhundert bis Heute“. Angefangen vom Bankhaus Mendelsohn, zur Reichsbank bis zur Deutschen Bank. Dies pflegte enge Geschäftsbeziehungen zur Firma Siemens und hat u.a. die Bagdad-Bahn finanziert. Anschließend fuhren wir nach Kreuzberg mit seiner lebendigen Multi-Kulti Lebensart. Am Abend besuchten wir das Buchantiquariat von Freuden von Eva und Heiner , die sie aus ihrer Berliner Zeit gut kannten.  Zwischen all diesen Büchern ließ sich gut diskutie­ren über die 68 er- Jahre bis heute.  Berlin war in der 68ern ein Zentrum der Studenten-Unruhen, was Einzelne mit persönlichen Erlebnisse bestätigen konnten. Im Rückblick wird manches idealisiert, aber auch relativiert.

Den letzten Tag plante jeder für sich. Entweder Konzert mit Streichquartett im Bode-Museum oder Gottesdienstbesuch im Dom. Oder eine Führung im Neuen Museum zu Tut-Ench-Amon bis Nofetete oder ein Besuch bei Tyrannosaurus-Rex im Naturkundemuseum. Wir hatten also verschiedene Eindrücke von der Frühzeit der Evolution über die Industrielle Revolution und von der Studenten-Revolution bis zur heutigen Facebook-Generation erlebt und das alles in ein paar Tagen Berlin.  Das wird dem Spardorfer Gesprächskreis noch viel Stoff zum Nachbereiten geben.
 

 

Mit folgenden Aktivitäten beschäftigte sich das Spardorfer Kulturzentrum

 

Ein Gesprächskreis, der sich politischen und geschichtlichen Themen beschäftigt, wurde ebenfalls ins Leben gerufen. Man kann sagen: „Es lefft was in Spardorf“. Hier einige Beispiele: Im Vortrag von Prof. Hacic Gazer, Lehrstuhl für Geschichte und Theologie des christlichen Ostens an der Universität Erlangen, wurde das Schicksal der Armenier deutlich. Im Roman von Franz Werfel „Die 40 Tage des Mosa Dagh“ wird die tragische Geschichte einer armenischen Familie erzählt, die sich gegen Vertreibung und Vernichtung durch den osmanischen Staat gewehrt hatten. Ohne diese Buch, das 1933 veröffentlicht und 1935 öffentlich verbrannt wurde, wäre das Schicksal der Armenier nicht bekannt geworden. Heute lebt dieses stolze Volk, das eine eigene Sprache und Schrift besitzt, in Armut und Abhängigkeit von Rußland.